Diese berühmte Krippe
liegt etwas versteckt. Sie finden Sie, wenn Sie den Kapellplatz in östlicher
Richtung verlassen, sich nach Süden wenden und nach ca 50 Metern in die
erste Strasse links abbiegen. Sie befinden sich nun in der Kreszentiaheimstr.
Das Haus mit der Nummer 18 liegt auf der rechten Seite, schräg gegenüber
der Einfahrt zum "Panorama".
Bereits um 1900 gab es in
Altötting eine "Mechanische Krippe", die sog. "Vielkind-Krippe"
mit ca 150 Figuren. Diese Krippe wurde jedoch Anfang des 20. Jahrhundert verkauft
und geriet in Vergessenheit.
Der Fotografenmeister Hans
Strauß (1876 - 1940) griff die Idee einer mechanischen Krippe wieder
auf. Zusammen mit der Oberammergauer Künstlerwerkstätte Spegel &
Wagner wurde eine neue, größere Krippe geplant und in den Jahren
1926 bis 1928 angefertigt. Für die künstlerische Fassung der Figuren
und für die Architektur waren Sigmund und Josef Wagner verantwortlich,
den Hintergrund malte Max Schmidt, die Mechanik und die Elektrik erstellte
Lukas Wagner.
Die Eröffnung der "Mechanischen
Krippe" in Altötting erfolgte am Samstag, den 28. April 1928. Der
erste, jedoch nur vorläufige Standplatz war in der Schlothammerstr. 4.
Hier zog der größte Teil der Wallfahrer vorbei, die mit der Eisenbahn
(meist Pilgerzüge) anreisten. Die heutige Bahnhofstrasse existierte damals
noch nicht. So wurde der Krippe eine große Aufmerksamkeit zuteil.
Eine noch bessere Lage ergab
sich aber am Kapellplatz. Zuerst wurde die Krippe unter dem Kongregationssaal,
später im Süden des Kapellplatzes aufgebaut (heute Hausnummer 42).
1950 wurde die Krippe erneut
verlegt, da der gemietete Raum anderweitig benötigt wurde. Seitdem befindet
sie sich an dem Standort, den sie bis heute beibehalten hat.
Bis 1963 wurde den Besuchern
die Krippe "life" erklärt, bzw an die Besucher wurden kleine
Handzettel ausgegeben. Danach wurde ein Text auf Tonband gesprochen, welches
den Besuchern vorgespielt wurde. 1993 wurde das Tonband durch CD ersetzt.
2005 wurde der Text überarbeitet, in mehrere Sprachen übersetzt
und entsprechend auf CD gebrannt.
Das Medieninteresse an dieser
Krippe war und ist sehr groß. Fernsehteams aus Deutschland und auch
aus Polen waren hier zu Gast und strahlten ihre Aufzeichnungen aus.


Foto:s
Henryk Posuwajlo